Kopfläuse bei Kindern

Kopfläuse bei Kindern Kopfläuse – bei Kindern fast so häufig wie Erkältungen.

Der Kopflausbefall (Pediculosis capitis) ist die häufigste parasitäre Infektionskrankheit bei Kindern. Nach den Erkältungskrankheiten ist sie sogar die zweithäufigste ansteckende Erkrankung. Doch warum breiten sich Kopfläuse gerade unter Kindern so schnell aus? Wie bekommt man die kleinen Schmarotzer wieder los? Und kann man sich vor Kopfläusen schützen? Diese und weitere Fragen haben wir hier für Sie beantwortet.

Warum bekommen gerade Kinder so leicht Läuse?

Dass Kopfläuse vor allem bei Kindern so schnell „die Runde“ machen, liegt an ihrem Sozialverhalten. Denn überall dort, wo häufig die Köpfe zusammengesteckt werden, können die flinken Krabbler leicht von Schopf zu Schopf wandern. Damit das gelingt, muss Haar-zu-Haar-Kontakt bestehen – dann klettert die Laus behände zu ihrem nächsten Opfer. Mädchen sind übrigens deutlich häufiger betroffen als Jungen, weil sie meist längere Haare haben und untereinander einen engeren körperlichen Kontakt pflegen.

Fakt ist: Kopfläuse haben nichts mit mangelnder Hygiene zu tun – es kann jeden treffen. Und keiner muss sich dafür schämen!

Mehr zur Übertragung von Kopfläusen

Wie erkenne ich, ob mein Kind Kopfläuse hat?

Wenn es auf dem Kopf juckt oder rote Pusteln sichtbar sind, können dies Anzeichen für einen Kopflausbefall sein. Der Juckreiz wird durch den Speichel der Laus ausgelöst, den sie beim Blutsaugen absondert. Tatsächlich treten diese Symptome jedoch in der Regel erst vier bis sechs Wochen nach einer Übertragung auf – und bleiben manchmal auch ganz aus.

Die einzige sichere Methode, um einen Kopflausbefall festzustellen, ist daher das nasse Auskämmen der Haare mit einer Pflegespülung und einem geeigneten Kamm. Das funktioniert so:

  • Nach dem Haarewaschen ausreichend Pflegespülung auf dem gesamten Kopf verteilen.
  • Dann vom Haaransatz aus Strähne für Strähne mit einem geeigneten Kamm (z. B. Läusekamm) auskämmen.
  • Den Kamm nach jeder Strähne auf Küchenpapier oder einem weissen Tuch ausstreichen.
  • Finden Sie auf dem Tuch Läuse, ist die Diagnose klar.

Sollten Sie bei Ihrem Kind Kopfläuse finden, ist es wichtig, dass auch alle anderen Familienmitglieder auf einen Lausbefall hin kontrolliert werden.

Gut zu wissen: Behandelt werden muss jeder, bei dem erwachsene Läuse, Nymphen (Jungläuse) oder Lauseier (weniger als 1 cm von der Kopfhaut entfernt) auf dem Kopf gefunden werden. Die Behandlung soll möglichst noch direkt am Tag der Entdeckung erfolgen.

Läuse bei Kindern – was tun?

Wenn in Kita oder Schule ein Kopflausbefall bekannt wird, werden die Eltern – meist in schriftlicher Form – aufgefordert, auch ihr Kind auf Läuse hin abzusuchen und das Ergebnis der Untersuchung mitzuteilen.

Falls Sie bei Ihrem Kind Kopfläuse feststellen, sollten Sie diese Massnahmen ergreifen:

  • Benachrichtigen Sie umgehend die Leitung der Betreuungseinrichtung.
  • Kontrollieren Sie alle Familienmitglieder auf Kopflausbefall.
  • Gehen Sie in die Apotheke und besorgen Sie ein wirksames Mittel gegen Kopfläuse.
  • Beginnen Sie umgehend mit der Behandlung – möglichst noch am selben Tag.
  • Benachrichtigen Sie auch die Eltern von Nachbarskindern oder Freunden, mit denen ihr Kind ausserhalb von Kita oder Schule Kontakt hatte.
  • Reinigen Sie Bürsten, Kämme und Haargummis in heisser Seifenlösung.
  • Denken Sie daran, an Tag 8, 9 oder 10 nach der ersten Behandlung die Wiederholungsbehandlung vorzunehmen.

Man geht davon aus, dass nach einer sachgerechten Erstbehandlung keine Übertragung von Läusen mehr möglich ist. Deshalb darf das Kind in der Regel schon am nächsten Tag die Betreuungseinrichtung wieder besuchen. Wichtig ist aber – und das müssen Eltern schriftlich bestätigen – dass die Wiederholungsbehandlung durchgeführt wird. Ansonsten können nachgeschlüpfte Läuse dafür sorgen, dass der Kopflausbefall wiederaufflammt.

Tipps gegen Kopfläuse

  • Keine Panik!

    Keine Panik!

    Kopfläuse sind lästig – aber ungefährlich! Dennoch müssen sie schnell bekämpft werden, denn ansonsten werden die kleinen Krabbeltiere schnell zur echten Plage und breiten sich in der Kita, Schule oder der Familie aus. Falls Sie bei Ihrem Kind einen Kopflausbefall feststellen, sollten Sie die Köpfe aller Familienmitglieder kontrollieren. Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass Sie in einem weiteren Schopf ebenfalls ungebetene Gäste finden.

    Wichtig: Jeder, der ausgewachsene Läuse, Jungläuse („Larven“) oder entwicklungsfähige Eier (weniger als 1 cm von der Kopfhaut entfernt) auf dem Kopf hat, muss behandelt werden.

  • Rasch mit der Behandlung beginnen

    Rasch mit der Behandlung beginnen

    Experten empfehlen heute eine Kombinationsbehandlung, die aus der Anwendung eines geeigneten Läusemittels und dem sorgfältigen „nassen Auskämmen“ (mit Pflegespülung und Läusekamm) besteht. In der Apotheke sind neben Läusekämmen verschiedene Arzneimittel und Medizinprodukte erhältlich, die zur Beseitigung der Läuse zum Einsatz kommen können. Sie enthalten unterschiedliche Wirkstoffe und beruhen auf verschiedenen Wirkweisen. Wichtig: Achten Sie unbedingt darauf, dass Sie das Läusemittel korrekt anwenden. Zu kurze Einwirkzeiten, zu sparsames Aufbringen oder eine ungleichmässige Verteilung des Läusemittels können zur Folge haben, dass nicht alle Läuse abgetötet werden – und dann war die ganze Mühe umsonst.

    Mehr zur Behandlung von Kopfläusen
  • Kita oder Schule informieren

    Kita oder Schule informieren

    Eltern sollten unverzüglich die Leitung von Schule oder Kita informieren, wenn beim Kind ein Kopflausbefall festgestellt wurde. Aus falscher Scham passiert es dennoch immer wieder, dass die zuständigen Stellen nicht benachrichtigt werden. Dann können sich die Läuse ungehindert ausbreiten – und auch das eigene Kind, das zunächst nach der Behandlung wieder lausfrei war – kann sich beim nächsten Kontakt mit Klassen- oder Spielkameraden wieder anstecken. Im Fall der Fälle gilt: Greifen Sie beherzt zum Telefon. Und informieren Sie auch Freunde und Verwandte, mit denen ihr Kind Kontakt hatte.

    Wurde Ihr Kind sachgerecht mit einem Läusemittel in Kombination mit nassem Auskämmen behandelt, darf es in der Regel schon am nächsten Tag wieder die Einrichtung besuchen.

  • Kämme, Bürsten & Co.

    Kämme, Bürsten & Co.

    Solange Läusealarm herrscht, sollte jedes Familienmitglied seine einige Bürste verwenden. Kopfläuse überleben zwar nicht lange auf Gegenständen. Eine Übertragung auf diesem Wege ist daher sehr selten, aber grundsätzlich möglich. Insbesondere, wenn z. B. eine Bürste oder ein Kamm kurz nacheinander von verschiedenen Personen benutzt werden. Zur Reinigung legen Sie Kämme und Bürsten am besten in heisser Seifenlösung ein. Bei Bettwäsche, Handtüchern und Kleidung reicht es aus, wenn sie einfach gewechselt und gewaschen werden. Kuscheltiere, Mützen oder Schals wandern am besten für drei Tage in eine verschlossene Plastiktüte – das überleben die Läuse nicht. Wichtig: Bei Kopflausbefall haben eine rasche Behandlung und die Untersuchung der Köpfe aller anderen Familienmitglieder höchste Priorität. Reinigungsmassnahmen sind zweitrangig. Der Einsatz von Desinfektionsmitteln oder Insektiziden ist nicht erforderlich.

  • Zweitbehandlung nicht vergessen

    Zweitbehandlung nicht vergessen

    Will man die Läuse endgültig loswerden, ist an Tag 8, 9 oder 10 nach der ersten Behandlung eine Wiederholungsbehandlung erforderlich. Der Grund: Bis dahin sind unter Umständen noch junge Läuse nachgeschlüpft. Wer die Nachbehandlung auslässt, riskiert, dass sich die kleinen Plagegeister erneut breitmachen – auch auf anderen Köpfen.

    Gut zu wissen: Die leeren Läuseeier, auch Nissen genannt, sind oft noch Wochen nach einem Kopflausbefall in den Haaren zu finden. Sie sind nicht infektiös, aber sehen einfach unschön aus. Da Nissen sehr fest an den Haaren haften, bleibt einem hier meist nur übrig, die weisslichen Eihüllen einzeln mit den Fingernägeln aus den Haaren herauszuziehen.

  • Zweitbehandlung nicht vergessen

    Belohnung für geduldige Läusekinder bereithalten

    Keine Frage: Die Entlausungsprozedur erfordert viel Geduld – sowohl von Eltern als auch von den geplagten Läusekindern. Halten Sie deshalb am besten eine kleine Belohnung parat. Die Aussicht auf ein leckeres Eis, eine Vorlesegeschichte oder eine Runde „Ich sehe was, was Du nicht siehst“ können ein guter Ansporn sein, damit die Kleinen besser durchhalten.

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