Was hilft bei Tinnitus?

Mittel gegen Tinnitus

Autoren: Stand: 01.02.26
Mittel gegen Tinnitus

Neu auftretende Ohrgeräusche sollten rasch ärztlich abgeklärt werden, insbesondere, wenn sie mit einem Hörverlust oder Schwindel einhergehen. Kann keine konkrete Ursache (z. B. Mittelohrentzündung) festgestellt werden, ist eine vom Arzt verordnete Kortisontherapie die gängige Behandlungsmethode. So sollen Entzündungsprozesse im Ohr reduziert und die Durchblutung gefördert werden. Als rezeptfreie Mittel stehen auch pflanzliche Präparate auf Ginkgo-Basis zur Verfügung, die unterstützend eingesetzt werden können.

Ginkgo bei Tinnitus

Präparate auf Ginkgo-Basis sind die am häufigsten verwendeten pflanzlichen Mittel bei Tinnitus. Sie setzen ebenfalls an der Förderung der Durchblutung an und können so die ärztlich verordnete Behandlung unterstützen.

Zusätzlich können weitere Massnahmen wie z. B. Stressreduktion oder der Ausgleich eines Hörverlusts notwendig sein. Bleiben die Ohrgeräusche länger als drei Monate bestehen, spricht man von einem chronischen Tinnitus. Dann stellt das sogenannte „Tinnitus-Counselling“, also eine ausführliche Aufklärung und Beratung der Betroffenen zum Umgang mit den Ohrgeräuschen, die wichtigste Säule der Behandlung dar.

Kortison bei Tinnitus

Bei einem akuten Tinnitus verordnet der Arzt meist eine Kortison-Behandlung. Es ist nicht genau bekannt, wie die Gabe von Kortison bei Tinnitus wirkt. Man geht jedoch auch hier davon aus, dass durch das Kortison ein durchblutungsfördernder Effekt eintritt. Aber auch eine Entzündungshemmung oder immunologische Effekte werden als mögliche Wirkweisen diskutiert.

Gut zu wissen:

Da die Kortisonbehandlung nur wenige Tage dauert, sind keine Nebenwirkungen zu erwarten. Eine Kortisontherapie bei Ohrgeräuschen wird normalerweise mit einer hohen Dosis (500 Milligramm) gestartet. Diese Dosierung bleibt an den ersten drei Tagen konstant, danach wird die Dosis pro Tag langsam heruntergefahren. Eine solche Therapie dauert in der Regel zehn Tage.

Infusion bei Tinnitus

Eine Infusionstherapie kann ebenfalls bei akuten Ohrgeräuschen zum Einsatz kommen. Ziel der Behandlung ist es, die Durchblutung des Innenohrs zu fördern. Aus diesem Grund kommen hier vor allem Wirkstoffe zum Einsatz, welche die Fliesseigenschaften des Blutes verbessern sollen:

  • Hydroxyäthylstärke
  • Dextrane
  • Pentoxifyllin

Eine Infusionstherapie kann bis zu zehn Tage lang durchgeführt werden.

Alarmsignale erkennen Wann zum Arzt bei Ohrgeräuschen?

Gehen Sie sofort zum Hals-Nasen-Ohrenarzt, wenn Sie diese Warnzeichen bei sich erkennen:

  • Die Beschwerden halten bereits über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten an
  • Die Ohrgeräusche dauern unvermindert länger als 48 Stunden an
  • Der Tinnitus geht mit einem Hörverlust einher

Tipps bei Tinnitus

Ablenkung trainieren
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Ablenkung trainieren

Wenn Ohrgeräusche wie Rauschen, Klingeln oder Pfeifen den Alltag dominieren, fällt es schwer, ein normales Leben zu führen. Ein wichtiges Ziel der Tinnitus-Therapie ist es daher zu lernen, wie man möglichst gelassen mit der Situation umgeht und wie man seine Aufmerksamkeit von den Ohrgeräuschen ablenken kann. Viele Ärzte raten ihren Patienten zum sogenannten Tinnitus-Retraining. Durch dieses Behandlungskonzept lernen Sie, was Ohrgeräusche genau bedeuten und wie Sie besser mit der Situation umgehen. Ziel ist es, den Tinnitus aus dem Bewusstsein zu verdrängen.

Tinnitus: Stress
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Tinnitus: Stress

Stress scheint bei vielen Tinnitus-Patienten die Wurzel allen Übels zu sein. Und auch Mediziner sind der Meinung, dass die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol Veränderungen im Innenohr verursachen kann. Die Ohrgeräusche selbst wiederum sorgen dafür, dass der Stresspegel ansteigt und Patienten ein permanentes Gefühl der Anspannung verspüren. Diesen Teufelskreis gilt es also zu durchbrechen! Entspannung steht hier an oberster Stelle: mit Hilfe von Yoga oder anderen Entspannungstechniken wie Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung können Sie Stress gezielt abbauen. Viele Fitnessstudios, aber auch Volkshochschulen, bieten solche Kurse an.

Leben mit Tinnitus
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Leben mit Tinnitus

Ohrgeräusche mindern die Lebensqualität erheblich. Die Angst vor einer Verschlechterung der Beschwerden, Schlafstörungen und Depressionen können dazu führen, dass Sie sich aus dem aktiven Leben zurückziehen und alle Gedanken nur noch um die Geräusche im Ohr kreisen. Statt sich jedoch vom sozialen Umfeld abzuschotten, sollten Sie versuchen, den schönen Dingen des Lebens mehr Raum zu geben. Fragen Sie sich, was Ihnen guttut und was Ihnen Freude bereitet – und tun Sie dann genau das! Sorgen Sie dafür, dass positive Erlebnisse Ihren Alltag dominieren – nicht der Tinnitus!

Tinnitus: Musik hören
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Tinnitus: Musik hören

Tinnitus-Patienten haben oft das Bedürfnis, sich in eine ruhige Umgebung zurückzuziehen. Aber gerade wenn die Umgebung still ist, konzentrieren sie sich verstärkt auf die Ohrgeräusche und es wird noch schwieriger diese zu ignorieren. Besser: Musikhören! Spezielle Musik, bei der die störenden Tonfrequenzen im Ohr gezielt herausgefiltert werden, hilft beim Entspannen. So können Sie sich gezielt ablenken und richten Ihre Aufmerksamkeit nicht mehr nur auf die Ohrgeräusche.

Psychotherapie bei Tinnitus
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Psychotherapie bei Tinnitus

Tinnitus ist zwar keine seelische Erkrankung - eine Psychotherapie als Baustein einer umfassenden Tinnitus-Behandlung kann Ihnen jedoch dabei helfen, besser mit den Symptomen zu leben und einen selbstbewussten Umgang mit den Ohrgeräuschen zu lernen. Fragen Sie Ihren Hausarzt! Er kann Sie bei Bedarf schnell und einfach an einen Spezialisten weiterleiten.

Autoren, medizinische Fachinformationen und Quellen

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Stand: zuletzt aktualisiert am 01.02.26

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ICD-Code:

ICD-Codes (International Classification of Diseases) sind weltweit anerkannte medizinische Verschlüsselungen für Diagnosen. Sie werden von Ärzt:innen verwendet, um Krankheiten und Gesundheitsstörungen eindeutig zu klassifizieren und finden sich beispielsweise in Arztbriefen, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen und Abrechnungen mit Krankenkassen.

Quellen:

Fachliche Endprüfung und Qualitätssicherung:

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