Kribbeln in den Füssen

Diabetischer Fuss: Anzeichen und Warnsignale

Anzeichen & Warnsignale

Das unangenehme Kribbeln in den Füssen – viele Betroffene beschreiben es als „Ameisenlaufen“ – kann ein Warnsignal dafür sein, dass etwas nicht in Ordnung ist. Lesen Sie hier, welche weiteren Alarmzeichen Sie kennen sollten und wie sich das diabetische Fusssyndrom (DFS) äussern kann.

Wichtige Alarmsignale

In etwa 85 Prozent der Fälle ist eine Neuropathie für die Entwicklung eines diabetischen Fusssyndroms verantwortlich oder zumindest daran beteiligt. Dabei handelt es sich um Nervenschädigungen, die auch speziell in den Beinen auftreten können. Diese lösen häufig Empfindungsstörungen wie Kribbeln in den Füssen (Ameisenlaufen) oder Taubheit aus. Darüber hinaus berichten viele Betroffene, dass sie oft das Gefühl haben, kalte Füsse zu haben, obwohl diese tatsächlich warm sind. Zusätzlich können sich auch brennende Schmerzen einstellen.

Diabetischer Fuss: Mögliche Anzeichen

  • Kribbeln
  • Brennen
  • Taubheit
  • Stechen
  • Schmerzen (v. a. nachts oder in Ruhe)

Die diabetischen Nervenschädigungen in den Beinen führen ausserdem dazu, dass das Schmerzempfinden herabgesetzt wird: Was wehtun müsste, tut nicht mehr weh. Betroffene bemerken dann zum Beispiel nicht mehr, wenn ein Steinchen im Schuh oder das Fussbad zu heiss ist.

Diabetischer Fuss – was ist das?

  • Gefürchtete Langzeitkomplikation bei Diabetes
  • Es können verschiedenste Fussprobleme auftreten
  • Der diabetische Fussulkus (Geschwür) ist das bekannteste Symptom
  • Weitere mögliche Symptome:
    • Trockene Haut an den Füssen
    • Schwäche der Fussmuskulatur
    • Verformungen (z. B. Krallenfuss)
    • Nekrosen (absterbendes Gewebe)
    • Charcot-Fuss

Weitere Anzeichen

Diabetische Nervenschädigungen können sich mit weiteren Anzeichen bemerkbar machen. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Trockene, rissige Haut an den Füssen
  • Störungen der Temperaturempfindung
  • Starke Verhornung der Haut (Schwielenbildung)
  • Unsicherer Gang (Gehen wie auf Watte)
  • Verformungen (z. B. Krallenzehen)

Doch Diabetes führt nicht nur zu Nervenschädigungen, die die Entwicklung eines diabetischen Fusses begünstigen. Auch Durchblutungsstörungen in den Beinen, die sich infolge einer Arteriosklerose in den Beinen einstellen, können Probleme machen. Dann können die Füsse dadurch auffallen, dass sie dauernd kalt sind oder sich blass bis bläulich verfärben. Ausserdem können die Beine (vor allem die Waden) auch beim Gehen schmerzen – nach kurzem Pausieren gehen die Beschwerden dann typischerweise schnell zurück. Weil Betroffene oft versuchen, ihre häufigen Gehpausen möglichst vor Läden einzulegen und das Ganze wie einen Einkaufsbummel aussehen zu lassen, wird die Erkrankung umgangssprachlich auch „Schaufensterkrankheit“ genannt. In diesem Fall sind, anders als bei einer Nervenschädigung, Verletzungen weiterhin schmerzhaft für die Betroffenen.

Gut zu wissen: Gut zu wissen:

Da bei etwa einem Drittel der Diabetiker sowohl Nervenschäden als auch Durchblutungsstörungen vorliegen1, können verschiedenste Symptome auftreten.

Diabetische Fusswunden Risikofaktoren

Bestimmte Faktoren erhöhen das Risiko für diabetische Fusswunden, dazu zählen:

  • Schlechte Blutzuckereinstellung
  • Höheres Lebensalter
  • Diabetesdauer
  • Nervenschäden in den Füssen
  • Durchblutungsstörungen in den Füssen
  • Ungeeignetes Schuhwerk
  • Verformungen des Fusses bzw. der Zehen (z. B. Krallenzehen)
  • Hornhautschwielen
  • Eingeschränktes Sehvermögen
  • Vorangegangene Fusswunden und Amputationen

Tipps gegen das Kribbeln in den Beinen

Blutzucker im Blick
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Blutzucker im Blick

Ein über Jahre hinweg erhöhter Blutzuckerspiegel führt oft dazu, dass die Nerven bei Diabetes Schaden nehmen. Ärzte sprechen in diesem Zusammenhang von einer „diabetischen Neuropathie“. Häufig machen sich diese Nervenschädigungen im Bereich der Füsse und Unterschenkel bemerkbar. Typische Anzeichen sind Empfindungsstörungen wie „Ameisenlaufen“, Brennen oder Schmerzen (v. a. nachts bzw. in Ruhe). Um eine Verschlimmerung der Nervenschäden zu vermeiden, sollte der Blutzuckerspiegel unbedingt regelmässig kontrolliert werden und gut eingestellt sein. Das Gleiche gilt für die Blutfettwerte und den Blutdruck.

Wichtig:Wichtig:

Falls Sie unter den genannten Symptomen leiden, sollten Sie dies unbedingt mit Ihrem Arzt besprechen. Er kann mithilfe spezieller Untersuchungen prüfen, ob bei Ihnen bereits Nervenschädigungen vorliegen und feststellen, wie stark ausgeprägt sie sind.

Rezeptfreie Medikamente
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Rezeptfreie Medikamente

Falls Sie infolge der Nervenschädigungen unter Schmerzen leiden, können bestimmte Schmerzmittel infrage kommen. Bei sehr ausgeprägten Beschwerden kann der Arzt stärkere Schmerzmittel mit Opiaten, Antidepressiva oder Antiepileptika verordnen. Bei leichten Schmerzen kann kurzzeitig der Wirkstoff Paracetamol angewendet werden. Ibuprofen, Diclofenac und Acetylsalicylsäure (ASS) sollen hingegen bei Nervenschmerzen nicht zum Einsatz kommen.

Darüber hinaus gibt es einige weitere Medikamente, die rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind und sich in ihrer Wirkweise unterscheiden. Dazu zählt zum Beispiel Alpha-Liponsäure, die durch ihre antioxidativen Effekte eine schützende Wirkung auf die Nervenzellen haben soll. Ein weiterer Wirkstoff ist Benfotiamin, die Vorstufe von Vitamin B1. Das Vitamin ist wichtig für die Nerven, wird bei Diabetes aber vermehrt über den Urin ausgeschieden. Ein Mangel an dem Vitamin kann Nervenprobleme auslösen oder verstärken, sodass speziell bei Diabetikern ein Ausgleich wichtig ist.

Bewegung und Entspannung
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Bewegung und Entspannung

Körperliche Aktivität kann zu einer Besserung der Beschwerden beitragen. Versuchen Sie daher, täglich einige kleine Bewegungsbausteine in Ihren Alltag einzubauen: Nehmen Sie öfters die Treppe statt den Aufzug und machen Sie kleine Erledigungen nach Möglichkeit zu Fuss. Viele Betroffene profitieren auch davon, wenn sie sich gezielt entspannen. Bewährt haben sich zum Beispiel Yoga, Chi-Gong und die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson.

Auf Zigaretten und Alkohol verzichten
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Auf Zigaretten und Alkohol verzichten

Rauchen erhöht das Risiko für diabetische Nervenschädigungen und kann die Probleme weiter verschlimmern. Das Gleiche gilt für einen hohen Alkoholkonsum. Deshalb wird Betroffenen geraten, das Rauchen aufzugeben und allenfalls ab und an Alkohol zu trinken.

Zu einer gesunden Lebensführung gehört es dazu, auf ein gesundes Körpergewicht zu achten. Speziell zu viel Bauchfett ist problematisch. Um erfolgreich abzunehmen ist unter anderem eine ausgewogene Ernährung empfehlenswert. Essen Sie also viel Obst und Gemüse, täglich Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte, einmal wöchentlich Fisch sowie wenig Fleisch. All diese Massnahmen wirken sich gleich auf mehreren Ebenen positiv aus und können einer Verschlimmerung der Beschwerden vorbeugen.

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Quellen:

1 Das diabetische Fusssyndrom. R. Lobmann. J KLIN ENDOKRINOL STOFFW 2013; 6 (2).