Überdehnung des Muskels

Zerrung: Ursachen

Zerrungen: Häufige Ursachen

Eine Zerrung (medizinisch „Distension“) wird durch eine Überdehnung der Muskulatur verursacht. Häufig spielt unzureichendes Aufwärmen beim Sport als Auslöser eine entscheidende Rolle. Auch abrupte Bewegungsabläufe z. B. beim Squash oder Tennis können Zerrungen begünstigen.

Wie kommt es zu einer Zerrung?

Eine Zerrung kommt durch eine Überdehnung der Muskulatur zustande. Das kann zum Beispiel passieren, wenn man sich vor dem Sport nicht ausreichend aufwärmt oder wenn die Muskulatur bereits überlastet ist. Bei Sportarten mit schnellen Richtungs- und Tempowechseln wie etwa Tennis, Squash oder Fussball ist das Risiko für Zerrungen besonders hoch.

Aber auch schlechte Witterung kann Muskelzerrungen begünstigen: Denn bei niedrigen Temperaturen kühlt der Körper leicht aus und die Muskulatur wird anfälliger. Nicht zuletzt kann auch ein Elektrolytmangel (v. a. Magnesium) die Gefahr für solche Verletzungen erhöhen.

Was ist eine Muskelzerrung?

  • Leichteste Form der Überbelastung eines Muskel
  • Ursache: Überdehnung der Muskulatur
  • Symptome: krampfartige Schmerzen, Verhärtung des Muskels
  • Muskelfunktion bleibt intakt
  • Muskelfaserriss: Einzelne Muskelfasern reissen
  • Muskelbündelriss: Ganzes Muskelbündel reisst
  • Muskelriss: Ganzer Muskel reisst

Skelettmuskulatur: Anatomie

Der Mensch besitzt ca. 650 verschiedene Muskeln, die ungefähr 40 Prozent der Körpermasse ausmachen. Die sogenannte Skelettmuskulatur, die den Grossteil der Gesamtmuskulatur ausmacht, ermöglicht uns die nötige Beweglichkeit.

Anatomie eines Skelettmuskels

Anatomie eines Skelettmuskels

Der vereinfachte Aufbau eines Muskels im Überblick:

  • Jeder Muskel besteht aus Muskelfaserbündeln, die sich wiederum aus mehreren Muskelfasern (= Muskelzellen) zusammensetzen.
  • Eine Muskelfaser setzt sich aus vielen sogenannten Myofibrillen zusammen. Diese wiederum enthalten die kleinste funktionelle Einheit einer Muskelfaser: Die Sarkomere.

Diese Muskelbestandteile sind in der Lage, sich koordiniert zusammenzuziehen (Kontraktion). Die dabei entstehende Kraft wird auf die Sehnen und Knochen übertragen, sodass eine zielgerichtete Bewegung ermöglicht wird.

Was passiert bei einer Zerrung?

Bei einer Muskelzerrung liegt eine Überdehnung der kleinsten funktionellen Einheiten, der sogenannte Sarkomere, zugrunde. Man geht davon aus, dass das Muskelgewebe nicht strukturell beschädigt wird. Es treten also keine deutlichen Risse auf, allerdings kommt es durch die Überdehnung zu Veränderungen der Sarkomere (Mikroläsionen), die sich in einer gestörten Regulation der Muskelspannung zeigen. Im Unterschied dazu werden bei einem Muskelfaserriss ganze Muskelfasern infolge einer Überdehnung durchtrennt.

Zerrung: Risikofaktoren

  • Unzureichendes Aufwärmen und Dehnen vor dem Sport
  • Überlastung der Muskulatur
  • Sportarten mit schnellen Richtungs- und Tempowechsel (z. B. Tennis, Squash, Fussball)
  • Schlechte Witterung (z. B. Kälte, Ausrutschen auf nassem Waldboden)
  • Elektrolytmangel (v.a. Magnesium)

Muskelzerrung oder Muskelfaserriss?

Beide Muskelverletzungen werden durch eine Überdehnung des Muskels hervorgerufen und zeigen ähnliche Symptome. Die Muskelzerrung ist die leichteste Muskelverletzung. Sie kann jedoch durch weitere sportliche Betätigung vor dem Ausheilen zu einem Muskelfaserriss führen, bei dem es zu einer Durchtrennung ganzer Muskelfasern kommt. Bei einem Muskelriss ist ein komplettes Muskelbündel durchtrennt.

Muskelzerrung Muskelfaserriss
Überdehnung der kleinsten funktionellen Einheit des Muskels (Sarkomere) Riss der Muskelfasern durch starke Überdehnung
Unangenehm ziehende Schmerzen, vor allem bei Belastung.
Anspannung des Muskels verursacht Schmerzen, Dehnung wird oft als angenehm empfunden.
Verhärtung der Muskulatur
Lokaler Druckschmerz
Kein Bluterguss
Plötzlich einschiessender starker Schmerz
Betroffener Muskel kann praktisch nicht mehr belastet werden
Starker lokaler Druckschmerz
Schwellung und oft auch Bluterguss
Um den Muskel zu entlasten, nehmen Betroffene eine Schonhaltung ein
Je nach Schweregrad der Zerrung dauert es einige Tage, bis der Muskel wieder normal belastet werden kann. Ein Muskelfaserriss zieht eine deutlich längere Heilungsphase nach sich, die über Wochen oder Monate gehen kann.

Tipps bei Zerrungen

Eis auflegen
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Eis auflegen

Schnelles Kühlen gehört bei Sportverletzungen wie einer Zerrung zu den wichtigsten Sofortmassnahmen. Je früher desto besser! Denn auf diese Weise kann verhindert werden, dass sich der Gewebeschaden weiter ausbreitet. Schwellung und Schmerzen lassen sich so zumindest eindämmen. Wichtig: Legen Sie Kühlmittel niemals direkt auf die Haut, sonst drohen Erfrierungen. Coldpacks oder Eiswürfel sollten immer in ein Tuch eingeschlagen werden. Zur Not tut es auch ein in kaltem Wasser getränkter Waschlappen.

Gut zu wissen:Gut zu wissen:

Wer sich eine Zerrung zugezogen hat, sollte natürlich jegliche Belastung des betroffenen Körperteils vermeiden und beim Sport sofort eine Pause einlegen!

Kompressionsverband anlegen und hochlagern
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Kompressionsverband anlegen und hochlagern

Das Anlegen eines elastischen Druckverbandes zählt ebenfalls zu den Sofort-Massnahmen bei Zerrungen. Wichtig ist dabei, den Druckverband nicht zu eng anzubringen, so dass die betroffene Stelle nicht „abgeschnürt“ wird. Ausserdem sollte das betroffene Körperteil hochgelagert werden. Auf diese Weise wird der Rückfluss des Blutes gezielt angekurbelt und Schwellungen und Schmerzen lassen sich verringern.

Schonung
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Schonung

Wer den betroffenen Muskel weiter belastet, riskiert, dass sich aus der „einfachen“ Zerrung ein Muskelfaserriss entwickelt. Diese Verletzung ist mit einer deutlich langwierigeren Heilungsphase verbunden. Insofern steht nach einer Zerrung Schonung und Entlastung auf dem Programm. Denn nur so können die Regenerationsprozesse stattfinden, die für die Heilung erforderlich sind.

Wichtig:Wichtig:

Eine Massage in der akuten Phase einer Zerrung kann die Reparaturvorgänge im betroffenen Gewebe stören. Daher gilt: Massagen oder passive Dehnungen sind bei Zerrungen zu vermeiden. Bei anhaltenden Schmerzen ist ein Arztbesuch anzuraten.

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