Knochendichte & Co.
Osteoporose: Diagnose
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Bei Verdacht auf Osteoporose können bestimmte Massnahmen zur Basisdiagnostik vorgenommen werden. Diese ermitteln, wie gross das individuelle Knochenbruchrisiko ist. Die sogenannte Knochendichtemessung spielt dabei eine wichtige Rolle.
Wer sollte eine Basisdiagnostik erhalten?
Die Basisdiagnostik wird insbesondere in folgenden Fällen bzw. für folgende Personengruppen empfohlen1:
- Frauen nach der Menopause
- Frauen und Männer, die älter als 50 Jahre sind, wenn gleichzeitig wesentliche Risikofaktoren vorliegen
Wichtige Anlässe für die Notwendigkeit einer Basisdiagnostik bei den genannten Personengruppen sind:
- Knochenbruch an einer für Osteoporose typischen Stelle
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- Sturz aus dem Stand oder aus dem Sitzen
Grundsätzlich empfohlen wird die Basisdiagnostik allen Frauen und Männern, die über 70 Jahre alt sind.
Zu welchem Arzt sollte man zur Diagnose von Osteoporose gehen?
Im ersten Schritt sollten Sie sich an Ihre Hausarztpraxis wenden. Bei Bedarf wird man Sie an einen Facharzt (Osteologen) überweisen.
Gut zu wissen: Osteologen sind Ärzte, die vom Dachverband Osteologie (DVO) zertifiziert werden und sich im Bereich der Versorgung von Patienten mit Knochenkrankheiten spezialisiert haben.
Wie erfolgt die Basisdiagnostik bei Osteoporose?
Zur Basisdiagnostik stehen verschiedene Massnahmen zur Verfügung:
Anamnese: Erfassen der Krankheitsgeschichte im Gespräch, Erhebung von individuellen Risikofaktoren wie z. B. Alter, Geschlecht, Genetik, Alkoholkonsum, bestimmte Grunderkrankungen wie z. B. Diabetes mellitus, Zöliakie. Mehr über die Risikofaktoren erfahren
Körperliche Untersuchung: Im Rahmen einer körperlichen Untersuchung werden Körpergrösse und Gewicht gemessen und die Wirbelsäule auf Verformungen (Rundrücken) untersucht. Darüber hinaus beurteilt der Arzt auch Muskelkraft und Sturzgefährdung und hält eventuelle Hinweise auf eine sekundäre Ursache der Osteoporose fest.
DXA-Knochendichtemessung: Zur Ermittlung des Schweregrads der Osteoporose wird eine sogenannte Knochendichtemessung (auch „BMD-Messung“ = bone mineral density) durchführt. Dabei wird der Mineralgehalt des Knochens an der Lendenwirbelsäule und Hüfte bestimmt. In der Regel wird hier die DEXA-Methode angewendet. Einer besonderen Bedeutung kommt der T-Wert (T-Score) zu. Ein im Vergleich zu jungen, gesunden Erwachsenen niedriger T-Wert steht für eine geringere Knochendichte – das Risiko für Knochenbrüche ist erhöht.
Basislabor: Verschiedene Laboruntersuchungen können durchgeführt werden, um andere Knochenstoffwechselerkrankungen zu erkennen und das Vorliegen einer sekundären Osteoporose auszuschliessen. Da die meisten Osteoporose-Medikamente bei starker Nierenschwäche nicht angewendet werden dürfen, ist vor Therapiebeginn eine Überprüfung der Nierenfunktion wichtig.
Bildgebende Diagnostik: Falls sich Hinweise auf Wirbelkörperbrüche ergeben, wird ein Röntgenbild der Wirbelsäule gemacht, um eventuelle Frakturen zu erkennen. Zudem können so andere Erkrankungen (z. B. entzündliche oder verschleissbedingte Veränderungen, Tumoren) ausgeschlossen werden.
Osteoporose: Symptome & Folgen
- Knochenbrüche
- Schmerzen
- Bewegungseinschränkungen
- Abnahme der Körpergrösse
- „Witwenbuckel“
- „Tannenbaum-Phänomen“
- Pflegebedürftigkeit
- Störungen der Lungenfunktion
Autoren, medizinische Fachinformationen und Quellen
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Stand: zuletzt aktualisiert am 30.01.26
Wissenschaftliche Standards:
Dieser Text entspricht den Standards und Vorgaben aus der ärztlichen Fachliteratur, folgt den einschlägigen medizinischen Leitlinien, Veröffentlichungen von Fachgesellschaften sowie aktuellen Studien und wurde von Fachjournalisten
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Autoren:
Jennifer Hamatschek, Chefredaktion Medizin und Pharmazie
Jennifer Hamatschek hat Germanistik und Pharmazie an der LMU München studiert. Sie ist eine renommierte Fachjournalistin für Medizin und Gesundheit, die seit über 15 Jahren komplexe medizinische Inhalte zielgruppengerecht und evidenzbaisert aufbereitet.
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Tatiana Schmid, Chefredaktion Gesundheit und Ernährung
Tatiana Schmid ist Diplom-Oecotrophologin und eine profilierte Fachjournalistin für Gesundheit, Medizin und Ernährung mit über einem Jahrzehnt redaktioneller Erfahrung.
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ICD-Code:
ICD-Codes (International Classification of Diseases) sind weltweit anerkannte medizinische Verschlüsselungen für Diagnosen. Sie werden von Ärzt:innen verwendet, um Krankheiten und Gesundheitsstörungen eindeutig zu klassifizieren und
finden sich beispielsweise in Arztbriefen, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen und Abrechnungen mit Krankenkassen.
Fussnoten und Zitate:
Quellen:
Fachliche Endprüfung und Qualitätssicherung:
Sandra Winter, Gesundheitsredaktion
Sandra Winter ist eine erfahrene Gesundheitsjournalistin mit ausgewiesener Expertise in den Bereichen Ernährungswissenschaften, alternative Heilmethoden und Sportmedizin. Mit über 15 Jahren Erfahrung steht Sandra für vertrauenswürdige, wissenschaftlich fundierte und gut recherchierte Gesundheitsinformationen – immer am Puls aktueller Forschung und Trends in der Gesundheitsbranche.
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