Arthrose: Behandlung im Überblick

Arthrose: Behandlung im Überblick Was hilft bei Arthrose? Beim Arzt und in der Apotheke finden Sie Hilfe.

Was hilft bei Arthrose? Auch wenn die Arthrose noch als unheilbar gilt, so ist dies kein Grund, die Schmerzen und den fortschreitenden Knorpelverlust hinzunehmen. Heute stehen wirksame Therapieoptionen zur Verfügung. Das Ziel ist neben der Schmerzfreiheit auch die Stärkung des Gelenkknorpels – und damit der Erhalt der Beweglichkeit und der Lebensqualität des Patienten.

Schmerzlinderung und Entzündungshemmung im Akutfall wichtig

Im Rahmen der kurzfristigen, symptomatischen Behandlung von akuten Symptomen bei Arthrose spielt das Thema Schmerzlinderung und Entzündungshemmung eine zentrale Rolle. Denn abgeriebener Knorpel wirkt innerhalb des Gelenkspalts wie „Sand im Getriebe“ – die Gelenkinnenhaut wird durch die Partikel gereizt, es entstehen Entzündungen und Schmerzen. Ausgewählte Medikamente können helfen, sowohl den Schmerz als auch die Entzündung im Akutfall zu bekämpfen. Auf diese Weise wird sanfte Bewegung, die bei Arthrose von Experten empfohlen wird, häufig überhaupt erst wieder möglich. Darüber hinaus bedeutet die Linderung der Schmerzen für die Betroffenen natürlich immer auch ein Plus an Lebensqualität. Weitere Ansätze der Arthrose-Behandlung zielen langfristig darauf ab, den Gelenkknorpel zu stärken und die Beweglichkeit zu erhalten bzw. zu verbessern.

Gut zu wissen: Medikamente zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung können sowohl in Tablettenform eingenommen (systemische Anwendung) oder äusserlich in Form eines Schmerzgels oder einer Schmerzsalbe aufgetragen werden (topische Anwendung). Die äusserliche Anwendung eines Schmerzgels oder einer Schmerzsalbe hat dabei den Vorteil, dass die Wirkung direkt am Schmerzort selbst einsetzt und der restliche Organismus nicht unnötig belastet wird. Dieses Wirkprinzip ist meist mit einer besseren Verträglichkeit verbunden. Darüber hinaus haben viele Arthrose-Patienten schlichtweg den Wunsch, das Mass der einzunehmenden Tabletten zu reduzieren. Hier bieten ausgewählte Schmerzgele und –salben eine gute Alternative, wenn es um die effektive Behandlung von akuten Schmerzen bei Arthrose geht.

Konservative Arthrose-Therapie

Die konservative Arthrose-Therapie basiert auf vier Säulen:

  • Allgemeinmassnahmen
    • Gelenkschonendes Verhalten im Alltag
    • Sanfte Bewegung, geeignete Sportarten
    • Reduktion von Übergewicht
  • Pharmakologische Arthrose-Behandlung
    • Hilfe aus der Apotheke:
    • NSAR (Nicht-steroidale Antirheumatika): Schmerz- und entzündungshemmende Medikamente (zum Beispiel Schmerzgel mit Diclofenac oder Ibuprofen)
    • Analgetika (rein schmerzlindernde Wirkung, keine entzündungshemmende Komponente) – zum Beispiel Paracetamol
    • Knorpelschützende Substanzen (Chondroprotektiva) wie z. B. Glucosaminsulfat können bei regelmässiger Einnahme die Schmerzen lindern, die Beweglichkeit verbessern und den Gelenkknorpel von innen stärken
    • Hilfe beim Arzt:
    • Intraartikuläre Therapien: Injektion von Hyaluronsäure in das betroffene Gelenk

    Lesen Sie hier mehr über Moderne Therapieansätze bei der Arthrose-Behandlung.

  • Physiotherapeutische Massnahmen
    • Medizinische Trainingstherapie
    • Kälteanwendungen bei akuten Schmerz- und Reizzuständen; Wärmeanwendungen zur Steigerung der Durchblutung, Muskelentspannung und Anhebung der Schmerzschwelle im chronischen Stadium
    • Hydro- und Blaneotherapie (Wasser- und Bädertherapie) zur Mobilisierung, Muskelkräftigung und -dehnung
    • Manuelle Therapie zur Behandlung von Störungen im Bereich Gelenk, Muskel und Nerv.
    • Weitere: z. B. Elektrotherapie, Akupunktur (bei chronischen Schmerzen)
  • Orthopädische Massnahmen
    • In Abhängigkeit davon, welches Gelenk betroffen ist: z. B. Schuhzurichtungen (Schuhaussenranderhöhungen, Pufferabsätze mit Abrollrampe, Fersenkeile), Gehhilfen, Daumenschiene, Bandagen, Orthesen.

Operative Arthrose-Therapie

Neben den konservativen Massnahmen zur Arthrosebehandlung kommen auch verschiedene chirurgische Eingriffe infrage.

  • Umstellungsoperation (Achsenkorrekturen, z. B. bei Fehlstellungen am Kniegelenk)
  • Knorpeloperation bzw. Gelenkstoilette (z. B. Knorpelglättung, Abtragung von Knochenneubildungen)
  • Arthroplastik (z. B. Entfernung defekter Gelenkknorpel bei Arthrose des Daumensattelgelenks)
  • Athrodese (operative Versteifung des Gelenks, z. B. bei Arthrose der Fingerendgelenke)
  • Endoprothese (künstlicher Gelenkersatz)

Hilfe bei Arthrose: Weitere Massnahmen

Je nachdem, welches Gelenk von der Arthrose betroffen ist, können weitere Massnahmen sinnvoll sein, so z. B.:

  • Allgemeine Gelenkschule >> mehr
  • Spezielle Übungen für einzelne Gelenke >> mehr
  • Tipps bei Kniearthrose >> mehr
  • Tipps bei Hüftarthrose >> mehr
  • Tipps bei Schulterarthrose >> mehr
  • Tipps bei Finger- und Handarthrose >> mehr
  • Tipps bei Sprunggelenksarthrose >> mehr

Grundsätzlich empfiehlt sich eine ausgewogene und kalorienbewusste Ernährung.

Quellen:
G. Kaufmann. Konservative Therapieoptionen bei symptomatischer Arthrose. Arzt & Praxis. Themenheft Rheumatologie. Dezember 2013, Nr. 999a
A. Schöniger, A. Sachs. Dr. M. Henniger. Prof. Dr. Stefan Rehart. Update Arthrose: Alle Gelenke können betroffen sein. EXTRACTA ortho 2 2011; (3):31-37.
M. Räuchle, M. Cemerka, B. Elbenberger, M. Breitenseher. Arthrose Update 2012. Radiologe 2012; 52:149-155.
E. Wagner. Neues in der konservativen Therapie bei Arthrosen grosser Gelenke. Wien Med Wochenschr 2008; 159/3-4:76-86.
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